BIP

Kurze Definition:

Das BIP ist der Wert aller Waren und Dienstleistungen, die in einem Jahr innerhalb eines Landes produziert werden. Es ist in erster Linie ein Produktionsmaß.

Weiterer Informationen:

Vielleicht liest du diesen Artikel, weil du dieses Thema gerade in Wirtschaft durchnimmst oder weil es dich interessiert oder du dich weiterbilden möchtest. Fangen wir mal damit an, dass das BIP die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit eines Landes zeigt. Steigt dieser Wert, geht es dem Land gut und wenn er sinkt, geht es dem Land eben nicht mehr so gut. Der BIP-Wert von Deutschland ist von 2017 auf 2018 um 1,4% gestiegen. Man kann also sagen, wenn sich der BIP-Wert erhöht, gibt es stabile Jobs, mehr Arbeitsplätze und Lohnerhöhungen. Es geht dem Land also besser als das Jahr davor. Es muss aber nicht zwingend ein Land sein. Es kann auch ein ganzer Kontinent berechnet werden oder auch nur eine Stadt.

Nominales und Reales Bruttoinlandsprodukt

Oft gibt es Verwirrung, ob es sich nun um das nominale oder das reale BIP handelt. Im Zweifel ist es dann das Nominale. Dies wird normalerweise verwendet. Dies hängt von Preisänderungen in der Volkswirtschaft ab. Es ist also abhängig von Inflation und Deflation.
Um aber auch noch auf das reale BIP einzugehen. Dies gibt die Summe aller produzierten Waren und Dienstleistungen an. Preisveränderungen spielen hier keine Rolle.

Berechnung:

Um den BIP-Wert herauszufinden, muss man die Werte aller Güter und Services eines Landes zusammenrechnen. Dies kann ein Auto ein Haus eine Schraube oder auch die Puppe deiner kleinen Schwester sein. Oder auch eine Salamipizza die du beim Italiener um der Ecke kaufst. Die Kosten der Salamipizza fließen in den BIP Wert ein. Du musst aber aufpassen, dass nichts doppelt ist. Es wird z.B. bei einer Schraube der Leim abgezogen. Dies nennt man dann Vorleistungen, die abgezogen werden. Du hast nun die Bruttowertschöpfung ausgerechnet. Nun kommen noch Steuern und Subventionen für einzelne Güter auf den Gesamtwert obendrauf. Da dies vielleicht ein bisschen kompliziert war, hier noch einmal als Formel:

Summe der Produktionswerte – Vorleistungen = Bruttowertschöpfung

Bruttowertschöpfung + Gütersteuern – Gütersubventionen = Bruttoinlandsprodukt

 

Beispiel:

Stell dir vor in einer Volkswirtschaft wird nur Wurst und Käse produziert und konsumiert.

Jahr

Wurst

 

Käse

 

Nominales BIP

Reales BIP (zum Vorjahr)

 

Preis

Menge

Preis

Menge

 

 

2100

1

3

4

4

19

nicht berechenbar

2101

2

2

5

3

19

14

2102

2

1

6

2

14

12

2103

3

2

5

6

36

40

2104

4

4

7

3

37

27

 

Das nominale BIP berechnet sich folgendermaßen:

Nominales BIP (2101) = 2 x 2 + 5 x 3 = 19

Du nimmst also den Preis der Wurst x die Menge + den Preis des Käses x die Menge.

Das reale BIP berechnet sich folgendermaßen:

Reales BIP (2101) = 1 x 2 + 4 x 3 = 14

Der einzige Unterschied zum nominales BIP liegt am Preis. Es wird nicht der Preis des aktuellen Jahres verwendet, sondern der des vergangenen Jahres. So ist auch das Jahr 2100 nicht berechenbar, weil wir die Werte für das Jahr 2099 nicht haben.

Aufpassen:

Du darfst das Bruttoinlandsprodukt nicht mit dem Bruttosozialprodukt verwechseln. Sie unterscheiden sich dadurch, dass beim BSP (Bruttosozialprodukt) die Erwerbs- und Vermögenseinkommen der Inländer im Ausland hinzugezählt werden und die Erwerbs- und Vermögenseinkommen der Ausländer im Inland abgezogen werden.