Baisse

Kurze Definition: 

In einer Baisse sinken die Wertpapierkurse einzelner Marktbereiche oder des Gesamtmarktes über einen längeren Zeitraum. Die Baisse wird auch Bärenmarkt genannt. 

Weitere Informationen: 

Der Begriff „Baisse“ stammt aus dem Französischen „fallen“, was die fallenden Aktienkurse beschreibt. 

Überdurchschnittliche Kursrückgänge einzelner Wertpapiere werden als Kursrückschläge bezeichnet, was keiner Baisse entspricht. 

Die Weltwirtschaft schwächelt. Somit sinken auch weltweit die Indizes, beispielsweise der DAX in Europa und der DOW in den USA. 

Auch hier spielen die Erwartungen, die sich aus Angebot und Nachfrage ergeben, der Anleger wieder eine bedeutende Rolle: Die Mehrzahl erwartet mittel- bis langfristig sinkende Unternehmensgewinne, was den Unternehmenswert schmälert und die Kurse sinken lässt. 

Eine Baisse ist auch für Experten schwer vorhersehbar. Oft kündigt sie sich schleichend an. Für strategisch orientierte Anleger kann ein Nachkauf in der Baisse Werte zu besonders günstigen Kursen bieten. Allerdings darf man sich nie einbilden, den tiefsten Punkt der Baisse zu kennen, ab der es wieder aufwärts geht und die Kurse wieder stiegen. Von daher müssen Anleger starke Nerven haben, wenn sie in einer Baisse vermeintlich günstige Aktien kaufen – und deren Kurse dann möglicherweise noch monatelang sinken. 

Weshalb wird die Baisse auch Bärenmarkt genannt? Der Bär mit seinem nach unten geneigtem Kopf symbolisiert nach unten gehende Kurse und damit den Börsenabschwung. Mehr findest du bei Bulle und Bär. 

Das Gegenteil der Baisse ist die Hausse. 

Verschiedene Formen der Baisse: 

Es gibt verschiedene Formen der Baisse. Diese spielen sich innerhalb zweier Extremfälle ab: Dem Börsencrash und einer Korrektur innerhalb einer Hausse, also einer langfristigen Aufwärtsbewegung der Aktienkurse. 

Beim Crash versuchen Anleger wegen befürchteter Verluste, ihre Aktien loszuwerden. Das Angebotsteigt also immens an und infolge dessen sinken die Kurse – die Nachfrage ist in einer Baisse eh gering, da sich immer weniger Anleger trauen, zuzugreifen. 

In schwächerer Form bezeichnet man die Baisse als Korrektur. 
Dies kann auch in einer Hausse auftreten. Es ist dann lediglich eine kurzfristige, gegenläufige Kursbewegung. 

Im Vorhinein lässt sich nicht erkennen, ob durch sinkende Kurse, beispielsweise über einen Zeitraum von einem Monat, nun eine (längerfristige) Baisse eingeleitet wurde oder ob es sich lediglich um eine kurzfristige Korrektur handelt. 

Was kann eine Baisse auslösen? 

1. Die Anleger sind euphorisch. 

2. Es gibt einen bedrohlichen, bislang unbekannten Faktor. 

Es muss etwas Negatives mit großer Wucht geben, wie beispielsweise ein weltweites Versiegen aller Erdölquellen, so dass es die Weltwirtschaft überraschend trifft und einen voraussichtlich negativen Einfluss auf die zukünftigen Gewinne der Unternehmen haben wird. 

Kaufen/Verkaufen in einer Baisse? 

Das Problem ist, wie eigentlich immer an der Börse, dass man nicht weiß, wie es weitergeht. Fallen die Kurse noch (lange) weiter? Dann wäre es sinnvoll, jetzt zu verkaufen und wieder günstiger zu kaufen, wenn es – am besten dauerhaft und verlässlich – wieder aufwärtsgeht. Oder sind wir schon in etwa am Tiefpunkt der Baisse? Dann wäre jetzt ein top Zeitpunkt, um nachzukaufen. 

Wir wissen es aber nicht. Niemand weiß es – auch die Experten nicht. Es gibt immer Indizien in die eine oder andere Richtung. Hinterher brüsten sich natürlich die, die die richtige Richtung vorhergesagt haben, mit ihrer Prognoseleistung. 

Da dir niemand sagen kann, wie es weitergeht, solltest du einfach NICHTS tun. 

Weder kaufen noch verkaufen. 

Zusatzinfo: 

Bei einem Seitwärtsmarkt gehen die Preise nicht deutlich in eine Richtung. Diese Phase wird auch Konsolidierung genannt. Es gibt dann dennoch Kursschwankungen, die aber eine gewisse Spanne nicht unter- beziehungsweise überschreiten. Die Investoren erwarten weder große zukünftige Gewinne noch Verluste.