Börse

Kurze Definition: 

Die Börse ist nichts anderes als ein virtueller Ort, an dem Kauf- und Verkaufsangebote über Vermittler zusammengebracht und durch diese nach festgelegten Regularien abgewickelt werden. 

Anders ausgedrückt: Die Börse ist eine Handelsplattform. Das heißt, an ihr werden Wertpapiere wie beispielsweise Aktien zufesten Preisen gehandelt. 

Weitere Informationen: 

Wenn du im Supermarkt einkaufen gehst und dort z.B. frisches Obst kaufen willst, ist das wie an der Börse. Du begibst dich zum „Markt“. 

Der Preis einer Schale Erdbeeren ergibt sich überwiegend aus Angebot und Nachfrage. Von den ersten Erdbeeren gibt es noch recht wenig, der Appetit vieler Menschen darauf ist allerdings groß – das Angebot also relativ klein im Vergleich zur Nachfrage. Daraus ergibt sich ein recht hoher Preis. In der Hauptsaison dann allerdings gibt es Erdbeeren ohne Ende, manche Läden wollen ihre Mengen an Erdbeeren richtiggehend loswerden. Umgekehrt ist der erste Heißhunger gestillt, die Nachfrage nicht mehr so hoch. Im Endeffekt ergibt sich ein niedriger Preis. 

An der richtigen Wertpapierbörse ist es ähnlich. Käufer und Verkäufer treffen sich an einem Markt, der in diesem Fall Börse genannt wird, um Wertpapiere zu verkaufen oder zu kaufen. An der Börse werden eben anstatt Erdbeeren Wertpapiere wie Aktien, Anleihen, Rohstoffe, Gold, Silber oder Zertifikategehandelt. 

Wie auf einem orientalischen Bazar gibt es an der Börse keine fest definierten Preise. Vor Schließung des Marktes gibt es jedoch schon mal günstigere Preise. 

Erster Unterschied zu einem Supermarkt: An der Börse kann jeder Käufer und Verkäufer sein. 

Weiterer Unterschied: An der Börse werden Geschäfte nicht direkt zwischen Käufer und Verkäufer abgewickelt, sondern über Banken undBroker. Der Börsenhandel findet auch nicht physisch wie auf einem echten Markt, sondern auf elektronischem Wege statt. 

Letzter Unterschied: Wenn du ein Wertpapier kaufst, besitzt du es nicht physisch, sondern nur virtuell. In früheren Zeiten erhielt man tatsächlich noch Aktien als richtige Wertpapiere, die man physisch aufbewahrte. Die Zeiten sind natürlich lange vorbei. 

Unterschieden wird an derBörse zwischen Primärmarkt und Sekundärmarkt. Der Primärmarkt ist der Finanzmarkt für die Erstausgabe von Kapital. Hier können viele kleinere Beträge von Anlegern gesammelt werden und größere Investitionen finanziert werden. 

Für dich als Anleger ist der Sekundärmarkt deine übliche Handelsplattform. Hier werden schon auf dem Markt befindliche Werte gehandelt. Dort entscheidet sich, zu welchem Preis du beispielsweise Aktien oderOptionsscheinekaufen kannst. 

Der Börsengang 

Der Börsengang wird auch IPO (Initial Public Offering) genannt. 

Schritt 1: Beauftragung 
Zuerst beauftragt die Aktiengesellschafteine Investmentbank. 
Diese bewertet dann das Unternehmen, um einen Börsenkurs festlegen zu können (Einführungskurs). 

Schritt 2: Road Show 
Jetzt wird eine sogenannte Road Show vom Unternehmen und der emittierenden Bank organisiert, um Investoren / Anleger zu überzeugen. 

Schritt 3: Bieterrunde 
Hier geben die Investoren an, ob sie ein Aktienpaket kaufen möchten oder nicht. Wenn sie es wollen, geben sie an, zu welchem Preis und in welchem Umfang. Die Investmentbank sammelt diese Angebote dann. Nun gibt es eine Abstimmung mit dem Unternehmen, welche Anteile an welchen Investor vergeben werden sollen. 

Schritt 4: Zuteilung 
Der beste Fall ist, wenn die Angebotsrunde überzeichnet ist. Das heißt, dass es eine größere Nachfrage für die Aktien des Unternehmens gibt, als Aktien auf den Markt gebracht werden. Aus Angebot und Nachfrage ergibt sich ein jeweils höherer oder niedriger Preis. Dieser wird festgelegt und die Aktien werden entsprechend der Zeichnung zugeteilt. 

Schritt 5: Handel der Aktien über die Börse 
Erst wenn alle Aktien zugeteilt und Aktienpakete an Banken und Investoren verteilt sind, geht das Unternehmen an die Börse. Jetzt können alle Menschen Aktien des Unternehmens an der Börse kaufen oder verkaufen. Das gesamte Kapital wird nach dem Börsengang im Eigenkapital des Unternehmens vermerkt. Der Handel, der danach mit den gekauften und verkauften Aktien des Unternehmens an der Börse stattfindet, betrifft aber nicht das Eigenkapital des Unternehmens. Es ist nur ein Tausch von Anteilen zwischen den Investoren.