Fonds-Gebühren

Kurze Definition: 

Bei Investmentfonds fallen neben den normalen Konto- und Depotführungsgebühren jede Menge an Gebühren an. 

Weitere Informationen: 

Hier vier Gebühren, die ordentlich zu Buche schlagen, wenn du dir einen Fonds kaufst. 

1. Ausgabeaufschlag (Agio) 

2. Verwaltungs- bzw. Managementgebühren 

3. Performancegebühr 

4. Total Expense Ratio (TER) 

Ausgabeaufschlag (Agio) 

Der Ausgabeaufschlag (Agio) ist eine einmalige Gebühr, die beim Kauf eines Fonds zu bezahlen ist. Dieser wird normalerweise in Prozent angegeben und kann etwa so ausschauen: 

Aktienfonds: 6% 
Rentenfonds: 3% 

Das bedeutet, bei einem Aufschlag von 6% machst du im gesamten ersten Jahr Verlust, wenn die Gesamtrendite des Aktienfonds unter 6% liegt! 

Es gibt aber auch Fonds ohne Agio, wie z.B. Multicooperation SICAV – Adagio (Lux) – Konservativ, (ISIN: LU1203843922) die dein Geld nur für kurze Zeit anlegen. Manche ausländische Fondsanbieter wollen beim Verkauf des Fonds eine zusätzliche Rücknahmegebühr. 

Verwaltungs- bzw. Managementgebühren 

Es fallen nicht nur Ausgabeaufschläge an, sondern auch viele Verwaltungsaufwendungen für z.B. Information, Bürokratie oder Controlling. Diese werden wie die Ausgabeaufschläge in Prozent angegeben. Die Gebühren werden jeden Monat prozentual von der Wertentwicklung abgerechnet und dann direkt dem Fondsvermögen abgespalten. Deswegen hat die Höhe der Verwaltungsgebühren einen großen Einfluss auf die langfristige Performance eines Fonds. 

Bei Aktienfonds liegen die jährlichen Verwaltungskosten oft um 1%, bei ETFs sind diese Kosten deutlich geringer – teilweise betragen sie nur 0,05%. 

Performancegebühr 

Weiterhin fällt noch in manchen Fällen zusätzlich zum Ausgabeaufschlag und den Verwaltungs- bzw. Managementgebühren eine Performancegebühr an. Diese orientiert sich an der erzielten Rendite des Fonds. 

Die Performancegebühr beträgt zwischen 5% und 25% 

Da dies eine sehr weite Range ist, kann es manchmal sehr teuer werden. Damit soll die besondere Leistung des Fondsmanagements belohnt werden. Diese Zusatzgebühr kann sich entweder an einer absoluten oder an einer prozentualen Zielvorgabe orientieren und wird unterschiedlich definiert. So wird teilweise erst dann eine Performancegebühr fällig, wenn der Fonds einen neuen Höchststand erreicht. 

Total Expense Ratio (TER) 

Vorschrift bei der Bewerbung der Fonds ist seit 2004 eine sogenannte Total Expense Ratio (TER) durch die Fondsgesellschaften. Die TER ist eine Kennzahl, in der die angefallenen Kosten innerhalb eines Geschäftsjahres zum durchschnittlichen Fondsvolumen ins Verhältnis gesetzt werden. Die TER dient den Käufern als Orientierungshilfe und Vergleichsmaßstab.  

Ø Rentenfonds       0,9% 

Ø Aktienfonds        1,6% 

Unterschied Fonds und ETFs 

Fonds verlangen deutlich mehr Anteile am Gewinn der Anlage als ETFs, da es keinen Fondsmanager gibt und somit keine Managementgebühr. Aber wieso? 

Ein passiv gemanagter ETF bildet einen Index1:1 ab, wenn dieser steigt, steigt auch der ETF, wenn er sinkt, sinkt auch der ETF. Das wichtigste Ziel eines ETFs ist es, die Kosten niedrig zu halten. ETFs bilden automatisch und computergesteuert einen beliebigen Index, wie z.B. den DAX1:1 nach. 

Beim aktiven Fonds beobachtet der Fondsmanager die aktuellen Entwicklungen und wählt an der Börsedie entsprechenden Wertpapiere für dich aus. Somit weißt du als Käufer des Fonds nicht, wie der Fondsmanager tickt und welche Aktiener kauft. Außerdem fressen die Kosten des Fonds den Gewinn der Aktien oder anderen Wertpapierenwieder auf (falls diese einen Gewinn machen). 

Finanzangestellte und Leute an der Bank empfehlen dem Normalbürger oft trotzdem einen Fonds, da meist mit der Vermittlung dieser Anlage Provisionen erzielt werden. 

 

Fazit: Es ist viel renditeträchtiger, einen ETFzu kaufen als einen Fonds, da bei einem Fonds die Gebühren die Rendite auffressen.