Hausse

Kurze Definition: 

Die Hausse ist eine lange Zeitspanne anhaltender zunehmender Kurse. Sie ist das Gegenteil der Baisse. 

Weitere Informationen: 

Der Begriff „Hausse“ stammt aus dem Französischen und heißt nichts anderes als „Anstieg“. Er bezeichnet an der Börseeine längerfristig anhaltende Marktphase mit stark ansteigenden Wertpapierkursen. Die Hausse ist das Gegenteil derBaisseund erfreut natürlich jeden langfristig orientierten Anleger. Die derzeit (Stand: Herbst 2019) anhaltende Hausse ist die längste der Geschichte und hält schon über zehn Jahre an. In diesen zehn Jahren haben viele Anlege, die auf steigende Aktienkurse gesetzt haben, satte Gewinne eingefahren. 

In einer Hausse reden viele Aktionäre über Bullen. Unter „Bulle und Bär“ hast du sicher schon gelesen, warum:  Der Bulle symbolisiert den Börsenaufschwung und vorherrschenden Optimismus. Bei der Hausse kann man sagen, dass der Bulle den Bären besiegt. Mehr findest du bei Bulle und Bär. 

Was kann eine Hausse auslösen? 

Es gibt verschiedene Ursachen, weshalb es zu einer Hausse kommen kann:

Die derzeizige Hausse ist vor Allem dank der guten Weltwirtschaft entstanden. Somit steigt in den Unternehmen die Auftragslage, oft steigen die Gewinne, die Bilanzen fallen besser aus. Weltweit klettern dieIndizes wie der DAXin Europa und der DOW in den USA. 

Das Spielchen verläuft genau umgekehrt zur Baisse, denn auch hier spielen die Erwartungen der Anleger wieder eine bedeutende Rolle: Die Mehrzahl erwartet mittel- bis langfristig (deutlich) steigende Unternehmensgewinne, was den Unternehmenswert erhöht und die Kurse steigen lässt, da nun mehr Leute verkaufen wollen, als kaufen wollen. Das hängt von Angebot und Nachfrage ab. In einer Hausse kaufen mehr Leute, als Leute verkaufen.

Wie eine Baisse ist auch eine Hausse selbst für Experten kaum vorhersehbar. Wenn du Artikel aus Wirtschaftszeitungen der letzten zehn Jahre liest, wirst du feststellen: Stets wird davon geredet, dass „bald die Blase platzt“ oder es werden Gründe aufgeführt, warum diese lang andauernde Aufwärtsentwicklung bald zu Ende sein „muss“. Die Wahrheit ist: Niemand weiß es. Niemand kann es vorhersagen. Da die Wirtschaftszeitungen immer so voll von schlechten Nachrichten sind, dass die Börse sinkt und diese nachrichten oft gehypt werden, denken viele Menschen, selbst in der jetzt vorhandenden zehnjähringen Hausse, dass Aktien schlecht sind und man nur Verluste machen kann.

Neben den Unternehmensentwicklungen und den Erwartungen der Anleger gibt es einen weiteren Grund für eine Hausse – die Politik der Notenbanken. Vereinfacht ausgedrückt, bestimmen, die, welche Zinsen wir Anleger zahlen müssen, um einen Kredit zu bekommen und umgekehrt, wie viele Zinsen wir für unser angelegtes Geld bekommen. Bekommen wir wenig, beispielsweise auf dem Sparbuch, dann ist es verlockender in Wertpapierezu investieren. Das ist auch ein Hauptgrund für die derzeitige so lang anhaltende Hausse: Geld ist so billig wie nie zuvor – man kann fast zu Nullzinsen anlegen. Umgekehrt gibt es kaum Alternativen, weil die Zinsen für ziemlich alle Anlageformen Richtung Null gehen – oder sogar ins Negative! Viele Börsenexperten sind der Meinung, dass die Hausse so lange andauern würde wie die Politik des billigen Geldes. Wenn es wieder positive zinsen gibt also Zinzsänderungen kann es sein, dass die Hausse endet.

Wie kannst du als Anleger von einer Hausse profitieren? 

An den Börsen gibt es sogenannte „Haussiers”, die mit einem bald einsetzenden Kursanstieg rechnen. Im gegensatz zu diesen stehen die „Baissiers“ die auf sinkende Kurse setzten. 

Der Plan der Haussiers: Aktienkaufen wenn die Hausse weiter fortgeschritten ist verkaufen. So machen sie einen Gewinn mit dem Kurs und der Dividende.

Kein Mensch auf der Welt kann immer den exakten und besten Punkt für einen Kurseinstieg erwischen. Siehe auch unter „Baisse“ den Punkt: „Kaufen/Verkaufen in einer Baisse?“ Um dir einen Investitions-Impus zu bieten, agiere am besten nach dem Motto: „The trend is your friend“ und kaufe in aufstrebenden Zeiten.